Bundesarbeitsgericht stärkt BEM-Prozess

 

Bundesarbeitsgericht stärkt BEM-Prozess

von Hans-Joachim Möser

 
 

In einer Entscheidung des Zweiten Senats des BAG wurde festgestellt, dass, fällt ein Mitarbeiter wiederholt mehr als sechs Wochen innerhalb eines Jahres aus, auch ein mehrmaliger BEM-Prozess (betriebliches Wiedereingliederungsmanagement) durchzuführen ist (BAG, Urteil v 18. November2021 – 2 AZR 138/21).

Damit erlegt das BAG den Arbeitgebern* ausdrücklich weitere Pflichten auf. Sollte also ein Mitarbeiter nach Abschluss eines BEM erneut für mehr als sechs Wochen innerhalb eines Jahres erkranken, so ist erneut ein BEM-Prozess anzubieten. Das BAG hat ausdrücklich festgestellt, dass dies auch gilt, wenn nach dem zuvor durchgeführten BEM-Prozess noch nicht wieder ein Jahr vergangen ist.

Relevanz des BEM im Kündigungsschutzprozess

BEM attraktiv gestalten

 

Serie Gesundheitsmanagement

von Manuela Li Ranzi ©

Wie können Arbeitgeber/ Unternehmen ein attraktives BEM implementieren bzw. anbieten?
Was sollten Unternehmen tun, damit alle Beschäftigten BEM als Chance und Angebot sehen und nutzen?

 
 

Stellen Sie sich vor…

es ist Montag, alle Mitarbeiter sind freudig zur Arbeit gekommen und haben gute Laune.
es gibt seit Wochen kaum Krankmeldungen.
Ihr Unternehmensruf ist so gut, dass Sie jede Position besetzen können.
Sie sind mit der Produktivität Ihres Unternehmens zufrieden. 

Laut Duden definiert man den Begriff attraktiv mit „starken Anreiz bietend, verlockend, begehrenswert, erstrebenswert“.

Um mich dem Thema zu nähern, habe ich im Vorfeld einige Studien und Hintergrundinformationen gesammelt. Folgende Studien zum Thema werden hier auszugsweise genannt und vorgestellt:
– Kennzahlenkonzept BEM am Beispiel Staatsoper Stuttgart 
– Erwerbstätigenbefragung der BAuA im Jahre 2018
– DGB Bildungswerk Dokumentation9_Studie_RE-BEM

Eine Arbeitsgruppe für BEM-Kennzahlen hat mit der Staatsoper Stuttgart 2018 ein Konzept veröffentlicht. In diesem Konzept wird der vorbildliche BEM-Prozess, einschließlich Evaluierung und Weiterentwicklung zum Kennzahlenkonzept beschrieben. Expertengremien haben die Staatstheater Stuttgart zweifach prämiert: für ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und für ihr Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM).

Krankenstand in Unternehmen

 

Hoher Krankenstand in Unternehmen - wegen Corona?

Stand: 01.08.2022

Eine Meldung der Tagesschau auf Grundlage von Daten des Dachverbandes der Berufskrankenkassen

Unternehmen melden immer wieder Personalausfälle durch massenhafte Krankschreibungen - wegen Corona, so lautet oft die Begründung. Doch die Daten der Krankenkassen zeigen ein anderes Bild.

Vor zwei Wochen meldete die Lufthansa, dass sie das Gepäck ihrer Passagiere nicht mehr verladen könne. Sie habe einfach nicht mehr genug Bodenpersonal zur Verfügung, um alle Koffer zu verladen. Manch Gepäckstück musste sogar per Lkw hinterhergefahren werden - mit entsprechender Verspätung. 

Als Grund für die Panne gab die Lufthansa den hohen Krankenstand beim Bodenpersonal an: Bis zu 30 Prozent der Mitarbeiter seien arbeitsunfähig gemeldet. Und der Krankenstand wiederum sei zustande gekommen "aufgrund von Corona-Infektionen, aber auch bedingt durch Überlastung". Merkwürdig allerdings: Die Corona- und Überlastungswelle betraf offenbar exklusiv das Bodenpersonal. "Beim fliegenden Personal in Cockpit und Kabine ist die Quote deutlich geringer im einstelligen Bereich."

Auf Nachfrage konnte die Lufthansa den Unterschied nicht erklären und räumte ein: Sie wisse gar nicht, warum die Mitarbeiter des Bodenpersonals krankgeschrieben seien. Auf der Arbeitsunfähigkeitsmeldung, die Arbeitgeber erhalten, ist schließlich der Grund der Erkrankung nicht eingetragen. Lag es wirklich an einer Corona-Welle, die ausgerechnet das Bodenpersonal betraf? Oder lag es doch an der Überlastung, die das Bodenpersonal immer wieder beklagt - und in der vergangenen Woche auch als einen Grund für seinen Warnstreik anführte?

Erkrankungswelle jenseits von Corona  

Was ist wirklich dran an der wahrgenommenen Corona-Welle, die in diesem Sommer scheinbar droht, ganze Betriebe in Deutschland lahmzulegen? Die Krankenkassen veröffentlichen regelmäßig Zahlen, die zeigen, wie viele Menschen aus welchen Gründen wie lange krankgeschrieben sind: die Statistiken zum monatlichen Krankenstand.

Der Dachverband der Berufskrankenkassen, BKK-DV, etwa hat ermittelt, dass tatsächlich gerade eine Krankheitswelle über Deutschland schwappt. Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Die Symptome sind auf den ersten Blick Corona-ähnlich. Doch laut Statistik sind es vor allem andere Atemwegserkrankungen, die Deutschlands Bevölkerung plagen. Im Durchschnitt war im Juni jeder BKK-Versicherte 0,3 Tage mit einer Atemwegserkrankung krankgeschrieben, das ist aber höchst ungewöhnlich für die Jahreszeit.

mehr Informationen - zur Meldung der Tagesschau

 

Wie Unternehmen ihre Produktivität erhöhen können

Serie Gesundheitsmanagement

Wie Unternehmen ihre Produktivität erhöhen können

von Manuela Li Ranzi & Hans-Joachim Möser

Durch unsere Tätigkeit als Coach für Outplacement-Kunden oder auch für das Jobcenter haben wir immer wieder verunsicherte oder ausgebrannte Bewerber und Mitarbeiter kennengelernt. Viele klagten über eine immense Belastung, die durch die Pandemie weiter zugenommen hat. Wir haben sowohl Bewerber als auch Mitarbeiter erlebt, die mit Depressionen zu kämpfen hatten und kurz vor dem “Burn-Out” standen bzw. diesen bereits hatten. Unsere praktische Erfahrung hat uns veranlasst diesen Komplex sowohl tiefer von der wissenschaftlichen Seite als auch von der praktischen Seite aus zu betrachten, und Unternehmen Hilfestellung zu geben.

Was sagt die wissenschaftliche Seite?

In Zusammenarbeit mit dem Institut für betriebliche Gesundheitsförderung (IFBG) hat die Techniker Krankenkasse (TKK) im Jahre 2021 eine Studie mit 10.000 Beschäftigten durchgeführt mit dem Ziel, die heutige stärke Belastung zu ermitteln. Gleichzeitig gibt die Studie Hinweise, an welchen Stellen das betriebliche Gesundheitsmanagement ansetzen sollte.

AVGS - Coaching

AVGS-Beratung mit systemischem Coaching 

oder die Frage: 

Warum Arbeitssuchende und potenzielle Existenzgründer*innen beraten und gecoacht werden sollten.  

von M. Li Ranzi & H.-J.Möser 

Mit Stand vom 30.11.2021 haben wir derzeit in Deutschland eine Arbeitslosenquote von 5,1%. Diese Quote klingt niedrig, es sind aber dennoch 2.317.000 Menschen. Einige von ihnen überlegen, aus der Arbeitslosigkeit heraus, sich selbstständig zu machen. Um schneller eine neue Stelle zu bekommen, oder für potenzielle Existenzgründer Unterstützung bei den notwendigen bürokratischen Hürden zu erhalten, nehmen einige von diesen 2.317.000 Menschen eine AVGS-Beratung in Anspruch. Diese Maßnahme wird von den jeweils zuständigen Arbeitsagenturen angeboten und finanziert.

Zusammenfassung im Video

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